Wie wirken Werbeartikel? Aktuelle Studien aus den USA und Deutschland
Wer wissen will, ob sich Werbeartikel lohnen, landet früher oder später bei amerikanischen Studien. Die beiden großen US-Verbände der Branche, das Advertising Specialty Institute (ASI) und die Promotional Products Association International (PPAI), befragen regelmäßig mehrere tausend Verbraucher. Solche Erhebungen gibt es in dieser Größenordnung in Deutschland nicht.
Das Problem: Viele Zahlen, die durch deutsche Fachartikel und Anbieterseiten wandern, sind zehn Jahre und älter, und oft lässt sich nicht mehr sagen, aus welcher Studie sie stammen. Dieser Beitrag räumt damit auf. Sie finden hier die Werte aus den Erhebungen von 2026, jeweils mit Studienname und Jahr, dazu die deutschen Vergleichszahlen und eine Einordnung, was davon für Ihre Planung taugt.
Wir drucken seit 2005 im Siebdruck- und Sublimationsverfahren und führen rund 350 Modelle. Wir verkaufen also genau das Produkt, um das es hier geht. Umso wichtiger ist uns, dass die Zahlen stimmen, mit denen wir argumentieren.
In eigener Sache: Was wir an diesem Beitrag korrigiert haben
Die erste Fassung stammte aus dem Januar 2018 und nannte sieben Prozentwerte, unter anderem 251 Werbekontakte pro Monat je Tasse und 65 Prozent Empfänger, die anschließend Kunde wurden. Wir haben versucht, jede Zahl an ihrer Originalstudie zu prüfen. Keine einzige ließ sich belegen. Teilweise lagen die publizierten Werte bei der Hälfte, teilweise war aus einer Kaufabsicht ein Abschluss geworden. Wir haben alle sieben Angaben gestrichen und den Beitrag auf benennbare Quellen umgestellt. Wenn Sie die alten Zahlen anderswo zitiert finden: Sie sind nicht haltbar.
Was die US-Studien 2026 tatsächlich messen
Die maßgebliche Erhebung ist die Global Advertising Impressions Study des ASI. Für die Ausgabe 2026 wurden knapp 5.000 Verbraucher in den USA, Kanada, Mexiko und Europa befragt. Gemessen wird, wie viele Sichtkontakte ein Werbeartikel über seine gesamte Nutzungsdauer erzeugt und was ein einzelner dieser Kontakte kostet.

ASI Global Advertising Impressions Study 2026
Die Zahlen speziell für Tassen und Becher
Das ASI weist die Kategorie Drinkware, also Trinkgefäße aller Art, gesondert aus. Für 2026 nennt der Verband rund 1.300 Sichtkontakte über die Lebensdauer eines Trinkgefäßes und ordnet die Kategorie damit an die Spitze der Nicht-Textil-Produkte. Über drei Viertel der Befragten nutzen ihr Werbetrinkgefäß mindestens einmal pro Woche und behalten es mindestens ein Jahr lang. 87 Prozent sagen, sie würden es wegen seiner Nützlichkeit behalten.
Die PPAI kommt in ihrer Verbraucherstudie Product Power 2026 mit über 5.000 Befragten zu einem ähnlichen Bild: 73 Prozent nutzen eine gebrandete Flasche oder einen Becher täglich, 90 Prozent sagen, Werbeartikel verbesserten ihre Wahrnehmung der Marke, und 65 Prozent behalten ein Produkt voraussichtlich sechs Monate oder länger.

Rechenbeispiel: Was ein Werbekontakt über die Tasse kostet
Angenommen, Sie bestellen 250 bedruckte Tassen zu einem Beispielpreis von 4,50 Euro netto. Das sind 1.125 Euro Mediabudget. Rechnet man mit den rund 1.300 Sichtkontakten je Trinkgefäß aus der ASI-Erhebung 2026, ergeben sich etwa 325.000 Kontakte. Pro Kontakt sind das rund 0,35 Cent.
Zwei Einschränkungen, die in solchen Rechnungen fast immer fehlen: Der Kontaktwert stammt aus einer US-Befragung und ist nicht eins zu eins auf deutsche Büros übertragbar. Und ein Sichtkontakt an der Kaffeemaschine ist etwas anderes als ein bewusst wahrgenommener Werbekontakt. Die Zahl taugt für den Größenvergleich, nicht als exakte Leistungskennzahl.
Was davon für den deutschen Markt gilt
Für Deutschland liefert der Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft (GWW) zwei verschiedene Datensätze, die häufig durcheinandergeworfen werden. Der Werbeartikel-Monitor ist eine jährliche Branchenbefragung unter Lieferanten und Beratern und misst Umsätze und Warengruppen. Die Werbeartikel-Wirkungsstudie befragt Verbraucher, ihre letzte veröffentlichte Welle stammt aus dem Jahr 2019.
|
Kennzahl |
Wert |
Quelle und Stand |
|---|---|---|
|
Trinkgefäße als Warengruppe |
Platz 1 mit 24 Prozent |
GWW-Werbeartikel-Monitor 2025 |
|
Täglicher Kontakt mit Werbeartikeln |
89 Prozent ab 14 Jahren |
GWW-Wirkungsstudie 2019 |
|
Besitzen mindestens einen Werbeartikel |
98 Prozent |
GWW-Wirkungsstudie 2019 |
|
Behalten den Artikel länger als ein Jahr |
62 Prozent |
GWW-Wirkungsstudie 2019 |
|
Branchenumsatz Deutschland |
rund 3,2 Milliarden Euro |
GWW-Monitor 2026 für das Jahr 2025 |
Zwei Dinge sollte man dazu ehrlich sagen. Erstens sind die deutschen Verbraucherzahlen inzwischen rund sieben Jahre alt, eine neuere Welle der Wirkungsstudie ist nicht veröffentlicht. Zweitens wächst der Markt nicht. Nach dem Vor-Corona-Höchststand von 3,65 Milliarden Euro im Jahr 2019 liegt der Branchenumsatz 2025 bei rund 3,2 Milliarden Euro und ist damit das zweite Jahr in Folge geschrumpft. Wer Ihnen Werbeartikel mit dem Argument eines boomenden Marktes verkauft, argumentiert an den Daten vorbei.
Für Trinkgefäße ist die Lage trotzdem gut: Sie sind im Werbeartikel-Monitor 2025 von Platz drei auf Platz eins der umsatzstärksten Warengruppen aufgestiegen, und 97 Prozent der befragten Berater halten die Kategorie für relevant.
Lesetipp: Die Wirkungsmechanismen dahinter, also warum ein greifbarer Gegenstand anders wirkt als eine Anzeige, haben wir ausführlich beschrieben in 7 wissenschaftlich belegte Gründe, warum Werbeartikel wirken. Wie sich die Kontaktzahlen für einen Becher konkret zusammensetzen, zeigt Werbewirkung von Werbebechern.
Beschaffung: Was Sie vor der Bestellung klären sollten
Studienzahlen helfen bei der Budgetfrage. Beim eigentlichen Einkauf scheitern Projekte aber an ganz anderen Dingen, meistens am Zeitplan. Das sind die vier Punkte, bei denen es in unserer Erfahrung am häufigsten hakt.

Lesetipp: Den kompletten Ablauf von der Anfrage bis zur Auslieferung haben wir aufgeschrieben in In 7 Schritten zur bedruckten Kaffeetasse. Wer noch bei der Motivgestaltung steht, findet Hinweise in 5 Tipps zur gelungenen Gestaltung Ihrer Werbetassen.
Nachhaltigkeit und rechtliche Anforderungen
Der Nachhaltigkeitsvorteil einer Keramiktasse ist kein Marketingargument, sondern Physik: Sie ersetzt über ihre Lebensdauer eine erhebliche Zahl an Einwegbechern. Das EU-weite Einwegkunststoffverbot betrifft sie nicht, weil sie als Mehrwegprodukt konzipiert ist. Relevant wird das Thema für Kunden aus der Gastronomie: Seit 2023 gilt die Mehrwegangebotspflicht nach dem Verpackungsgesetz für Betriebe, die Getränke in Einwegbechern ausgeben. Wer höchstens fünf Beschäftigte und maximal 80 Quadratmeter Verkaufsfläche hat, darf stattdessen mitgebrachte Behälter befüllen.
Beim Einkauf sollten Sie zwei Nachweise verlangen, unabhängig davon, bei wem Sie bestellen.
Ein Hinweis, den man selten liest: Die geltenden Blei- und Cadmiumgrenzwerte für Keramik stammen aus dem Jahr 1984. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt seit Jahren deutlich niedrigere Werte. Bei einer Untersuchung des CVUA Stuttgart hielten zwar alle geprüften Keramikproben die gesetzlichen Grenzwerte ein, ein Viertel überschritt aber die BfR-Empfehlung. Gesetzeskonform und unbedenklich sind hier also nicht dasselbe.
Lesetipp: Welche Werbeartikel ökologisch tatsächlich sinnvoll sind und wo Greenwashing anfängt, ordnen wir ein in Die Top 5 der umweltfreundlichsten Werbeartikel.
Steuerliche Behandlung von Werbetassen
Die steuerliche Seite entscheidet oft mit über die Stückzahl und den Preis, den ein Einkäufer ansetzen kann. Der Stand für 2026 in Kürze:
Wir sind Drucker, keine Steuerberater. Die Angaben geben unseren Recherchestand für 2026 wieder und ersetzen keine Beratung. Ob netto oder brutto gerechnet wird, hängt unter anderem von Ihrer Vorsteuerabzugsberechtigung ab. Klären Sie den konkreten Fall mit Ihrem Steuerberater.
Lesetipp: Die 10-Euro-Grenze und ihre Fallstricke haben wir ausführlich aufgedröselt in Werbeartikel versteuern: 10 Euro ist die magische Grenze.
Wann eine Werbetasse die falsche Wahl ist
Wir leben davon, Tassen zu bedrucken. Trotzdem raten wir regelmäßig ab, weil ein unpassendes Werbemittel Budget verbrennt und im schlechtesten Fall dem Absender schadet. Diese vier Fälle sehen wir am häufigsten.
Häufige Fragen zur Wirkung von Werbeartikeln
Wie viele Werbekontakte erzeugt eine bedruckte Tasse?
Die ASI Global Advertising Impressions Study 2026 nennt für Trinkgefäße rund 1.300 Sichtkontakte über die gesamte Nutzungsdauer. Ältere Zahlen aus derselben Studienreihe fielen deutlich höher aus, weil die Methodik zwischenzeitlich geändert wurde. Vergleichen Sie die Werte verschiedener Jahrgänge deshalb nicht als Zeitreihe.
Wie lange behalten Empfänger eine Werbetasse?
Nach der ASI-Erhebung 2026 behalten über drei Viertel ein Werbetrinkgefäß mindestens ein Jahr und nutzen es mindestens wöchentlich. Der GWW nennt für Werbeartikel allgemein 62 Prozent, die länger als ein Jahr im Besitz bleiben. Unsere Erfahrung deckt sich damit: Tassen, die im Büro landen, überdauern dort oft Jahre.
Sind US-Studien auf Deutschland übertragbar?
Nur eingeschränkt. Größenordnungen und die Rangfolge der Produktkategorien lassen sich übertragen, absolute Werte nicht. Die ASI-Studie 2026 hat immerhin europäische Befragte einbezogen. Für den deutschen Markt bleibt der GWW die passendere Quelle, auch wenn dessen Verbraucherzahlen älter sind.
Ab welcher Stückzahl lohnt sich eine bedruckte Tasse?
Aus unserer eigenen Produktion liefern wir ab 12 Stück. Für Modelle, die über unsere Lieferanten laufen, gelten höhere Mindestmengen: 72 Stück bei Maxim und 250 Stück bei SND, jeweils im Transfer- und im Direktdruck. Welcher Weg für Ihr Wunschmodell gilt, klären wir bei der Anfrage.
Sind bedruckte Tassen spülmaschinenfest?
Das hängt vom Verfahren und vor allem von der Einbrenntemperatur des Dekors ab. Unser Direktdruck auf Porzellan ist handkratzfest, nicht ritzfest und spülmaschinengeeignet nach DIN-Norm. Lassen Sie sich die Beständigkeit immer mit Prüfnorm und Zyklenzahl bestätigen, die Prüfgrundlage ist DIN EN 12875.
Kann ich eine Werbetasse steuerlich absetzen?
In aller Regel ja. Bis 10 Euro gilt eine Tasse als Streuwerbeartikel, bis 50 Euro je Empfänger und Jahr greift die Freigrenze für Geschenke an Geschäftspartner. Beides sind Freigrenzen, keine Freibeträge, und die Aufzeichnungspflichten müssen eingehalten werden. Den konkreten Fall sollte Ihr Steuerberater prüfen.
Fazit
Werbeartikel wirken, und Trinkgefäße wirken innerhalb dieser Gattung überdurchschnittlich. Das belegen die aktuellen Erhebungen von ASI und PPAI ebenso wie die Warengruppenstatistik des GWW, in der Trinkgefäße 2025 auf Platz eins stehen. Was die Studien nicht hergeben, sind exakte Kennzahlen für Ihren Einzelfall. Sie liefern Größenordnungen, mehr nicht.
Wichtiger als die dritte Nachkommastelle im Kontaktpreis ist, ob das Produkt zur Zielgruppe passt, ob der Zeitplan realistisch ist und ob die Druckdaten taugen. Daran scheitern die meisten Projekte, nicht an der Mediarechnung. Unser Sortiment mit rund 350 Modellen finden Sie in der Kategorie Werbetassen.
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Quellen und weiterführende Informationen:









